AKTUELLES: Nachrichten 2008
3.3.08
"Warmglühen und Nachtanken"
— Jugendliches Komatrinken — Expertenanhörung im Landtag und SWR-Interview mit Martin Klett
In einer Expertenanhörung der Landesregierung Mitte Februar zum geplanten nächtlichen Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen vertrat Martin Klett, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut in Freiburg und Vizepräsident, die Landespsychotherapeutenkammer. Die Anhörung hatte ein großes Pressecho zur Folge, wie Sie den Meldungen in der regionalen Tagespresse entnehmen konnten (vgl. Artikel Stuttgarter Zeitung).
In Folge des dramatischen Anstiegs von Alkoholexzessen bei Jugendlichen hatte die Landesregierung angeregt, ein Verkaufsverbot für Alkohol von 24 bis 6 Uhr an Tankstellen auszusprechen. Der CDU-Landtagsfraktion geht dieser Vorschlag nicht weit genug. Auch die Vertreter der Polizei machten auf das erhöhte Konflikt- und Gewaltpotential in Folge von Alkoholkonsum aufmerksam und forderten deshalb eine Ausweitung der Sperrzeit (ab 20 Uhr) oder sogar ein völliges Verkaufsverbot von Alkohol an Tankstellen.
Die FDP-Fraktion steht dem Ansinnen hingegen noch skeptisch gegenüber. Auch der Einzelhandel befürchtet Benachteiligungen und hinterfragt kritisch die Rechtfertigung von Verboten. Die Geschäftsführerin vom Einzelhandelsverband, Sabine Hagmann, stellte die Frage in den Raum, wo denn das Verbieten aufhöre, wenn man erst einmal damit beginne und betonte die Eigenverantwortlichkeit und Freiheit des Einzelnen.
Martin Klett nannte in seiner Stellungnahme die Chancen eines Verkaufsverbotes, machte aber gleichzeitig deutlich, dass ein Gesetz ohne Überprüfung keine oder sogar die gegenteilige Wirkung hervorruft: "Zu meinen, Verbote kämen billiger, wäre ein Trugschluss." Die Umsetzung koste nämlich etwas, z. B. den personellen Ausbau der Polizei. Jeder Erzieher, ob Eltern oder Pädagoge wisse, dass Verbote, die nicht überprüft und durchgesetzt werden, beim zu Erziehenden dazu führen, dass dieser den Respekt vor dem Erzieher verliere - im vorliegenden Fall dann vor den Staatsorganen.
In Folge des Medienechos auf die Expertenanhörung wurde Martin Klett dann zu einer Abendsendung des SWR eingeladen. Der Titel lautete "Warmglühen und Nachtanken" und sollte die Problematik und Hintergründe des jugendlichen Alkoholmissbrauchs näher beleuchten. Ist die Jugend von heute gefährdeter für erhöhten Alkoholkonsum als vorangegangene Generationen? Wie kann man dies erklären? Welche Rollen spielen hierbei die Eltern, die Gesellschaft? Helfen Verbote tatsächlich? Das in Auszügen gesendete Interview mit Martin Klett kann hier nachgelesen werden. Wer die Sendung nochmals hören möchte, dem steht die mp3-Datei als Download zur Verfügung.
In Folge des dramatischen Anstiegs von Alkoholexzessen bei Jugendlichen hatte die Landesregierung angeregt, ein Verkaufsverbot für Alkohol von 24 bis 6 Uhr an Tankstellen auszusprechen. Der CDU-Landtagsfraktion geht dieser Vorschlag nicht weit genug. Auch die Vertreter der Polizei machten auf das erhöhte Konflikt- und Gewaltpotential in Folge von Alkoholkonsum aufmerksam und forderten deshalb eine Ausweitung der Sperrzeit (ab 20 Uhr) oder sogar ein völliges Verkaufsverbot von Alkohol an Tankstellen.
Die FDP-Fraktion steht dem Ansinnen hingegen noch skeptisch gegenüber. Auch der Einzelhandel befürchtet Benachteiligungen und hinterfragt kritisch die Rechtfertigung von Verboten. Die Geschäftsführerin vom Einzelhandelsverband, Sabine Hagmann, stellte die Frage in den Raum, wo denn das Verbieten aufhöre, wenn man erst einmal damit beginne und betonte die Eigenverantwortlichkeit und Freiheit des Einzelnen.
Martin Klett nannte in seiner Stellungnahme die Chancen eines Verkaufsverbotes, machte aber gleichzeitig deutlich, dass ein Gesetz ohne Überprüfung keine oder sogar die gegenteilige Wirkung hervorruft: "Zu meinen, Verbote kämen billiger, wäre ein Trugschluss." Die Umsetzung koste nämlich etwas, z. B. den personellen Ausbau der Polizei. Jeder Erzieher, ob Eltern oder Pädagoge wisse, dass Verbote, die nicht überprüft und durchgesetzt werden, beim zu Erziehenden dazu führen, dass dieser den Respekt vor dem Erzieher verliere - im vorliegenden Fall dann vor den Staatsorganen.
In Folge des Medienechos auf die Expertenanhörung wurde Martin Klett dann zu einer Abendsendung des SWR eingeladen. Der Titel lautete "Warmglühen und Nachtanken" und sollte die Problematik und Hintergründe des jugendlichen Alkoholmissbrauchs näher beleuchten. Ist die Jugend von heute gefährdeter für erhöhten Alkoholkonsum als vorangegangene Generationen? Wie kann man dies erklären? Welche Rollen spielen hierbei die Eltern, die Gesellschaft? Helfen Verbote tatsächlich? Das in Auszügen gesendete Interview mit Martin Klett kann hier nachgelesen werden. Wer die Sendung nochmals hören möchte, dem steht die mp3-Datei als Download zur Verfügung.
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