Klimawandel macht schon heute krank: Vor allem Ältere sind betroffen

Ergebnisse des WIdO-Reports „Klima und Gesundheit“

(BPtK)

Der Klimawandel und die damit steigende Hitzebelastung hat schon heute spürbar negative Auswirkungen auf die Gesundheit älterer Menschen, wie aus dem jüngst veröffentlichten Report „Klima und Gesundheit“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervorgeht. Zwischen 2008 und 2018 mussten an heißen Tagen mit mindestens 30 Grad Celsius rund drei Prozent mehr über 65-Jährige ins Krankenhaus eingewiesen werden. Laut Hochrechnungen des WIdO entspricht das bei einer Million Älterer 40 zusätzlichen Klinikeinweisungen pro Hitzetag – zusätzlich zum normalen Tagesdurchschnitt von 1.350. Im Jahr 2020 gab es in Deutschland elf heiße Tage mit mindestens 30 Grad Celsius. Die Zahl der Klinikeinweisungen durch Hitze-Stress könnte sich bis zum Jahr 2100 sogar versechsfachen, wenn der globale Temperaturanstieg nicht gebremst wird.

Die Daten der Studie zeigen auch, dass jeder vierte AOK-Versicherte über 65 Jahre überdurchschnittlich stark durch Hitze-Stress gefährdet ist. Hierzu zählen insbesondere ältere Menschen mit Demenz, Niereninsuffizienz, Diabetes, Atemwegserkrankungen sowie Depressionen und anderen psychischen Auffälligkeiten. Aber auch ökologische, soziale und geografische Faktoren, wie Altersarmut, ein Mangel an professioneller Alterspflege sowie das Leben in einer ländlichen Region erhöhen das Risiko für hitzebedingte Klinikeinweisungen.

Um den Klimawandel einzudämmen, so das WIdO, sei auch ein größeres Wissen um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit entscheidend. Nach einer Umfrage des AOK-Instituts unter 3.000 Frauen und Männern im Alter von 18 bis 86 im September 2020 zeigte sich: 31 Prozent der Befragten fühlten sich nicht ausreichend über Umweltereignisse wie Hitze oder Unwetter informiert. Bei weniger direkt erlebten Klimafolgen wie Luftverschmutzung, vermehrte Polllenallergene oder durch Wasser und Lebensmittel übertragene Krankheitsüberträger berichteten sogar 40 bis 50 Prozent von einem Wissensdefizit.

Themen: