Qualitätssicherung/Qualitätsmanagement

Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Psychotherapie werden - wie in anderen Feldern des Gesundheitwesens - kontrovers diskutiert. Während in der stationären psychotherapeutischen Versorgung, vor allem im Bereich der medizinischen Rehabilitation schon seit vielen Jahren interne und externe QS- und QM-Systeme etabliert sind, sind die Verfahren für die ambulante Psychotherapie noch uneinheitlich und auch nicht flächendeckend vorhanden.

In Zusammenarbeit mit dem Kammer-Ausschuss Qualitätssicherung werden im hier eingerichteten Fachportal aktuelle sowie grundlegende Informationen rund um das Thema Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Psychotherapie zusammengestellt und sukzessive erweitert und ergänzt.

Neben verschiedenen Dokumenten zu dem Thema können Sie hier - mit freundlicher Genehmigung der Landespsychotherapeutenkammern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen - die von diesen erstellten Entwurffassungen eines QM-Handbuchs für psychotherapeutische Praxen einsehen. Das Handbuch wurde in drei verschiedenen Versionen erstellt (Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologische/Psychoanalytische Psychotherapie - Erwachsene - und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie). Den auf dieser Seite erläuternden Text haben wir vom Präsidenten der Landeskammer Niedersachsen, Herrn Dr. Lothar Wittmann, übernommen. Über den Link auf die Seite der LPK Niedersachsen können Sie die genannten Handbücher in Word-Format herunterladen und an Ihre Psychotherapiepraxis anpassen.

Jürgen Schmidt (2016): Qualitätsmanagement – inkl. Bezug zur BO

Kommentare des QS-Ausschusses zur Berufsordnung

FAQs zum Qualitätsmanagement in der Psychotherapie

Literaturliste QS/QM in der Psychotherapie

G-BA-Richtlinie "Qualitätsmanagement-Richtlinie QM-RL"

G-BA Tragende Gründe QM-RL

PKN Niedersachsen: QM-Handbücher

Qualitätsmanagement-Handbücher

Den auf dieser Seite erläuternden Text haben wir vom Präsidenten der Landeskammer Niedersachsen, Herrn Dr. Lothar Wittmann, übernommen.

"Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Interessierte aus der Fachnachbarschaft,

als § 135 a Abs 2 des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Modernisierungsgesetz- GMG) am 1.1.2004 in Kraft trat, hatte der Gesetzgeber Ärzten, Krankenhäusern und uns Psychotherapeuten ins Stammbuch geschrieben, dass wir uns an einrichtungsübergreifenden Maßnahmen der Qualitätssicherung zu beteiligen und „einrichtungsintern ein Qualitätsmanagement einzuführen und weiter (zu) entwickeln“ haben.

Das Letztere griff unmittelbar und wurde in einer Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zum 18.10.2005 konkretisiert. Noch wurden keine zertifizierten Systeme gefordert, vielmehr wurde ein gewisser Markt für Konkurrenz eröffnet.

QM-Fachleute aus der Profession und aus dem ärztlichen Bereich waren bald mit ersten Instrumenten auf dem Markt. Allmählich machte sich aber nicht nur bei Ärzten, sondern auch in unserer Profession Unbehagen breit. Staatliche Kontrolle wurde generell bemängelt. Viele Kollegen klagten auch, nachdem sie Erfahrungen von QM-Workshops bei KV und Verbänden gemacht hatten, über die geringe Affinität zur psychotherapeutischen Praxis.

Im Rahmen der PKN war rasch klar, dass Qualitätssicherungsmaßnahmen nötig und sinnvoll sind, dass sie aber auch professions- und settingspezifisch gestaltet werden müssen. Der QM-Ausschuss der PKN nahm sich der Aufgabe an, ein entsprechend geeignetes Instrument zu schaffen. Schon in unserer Kammersatzung vom 18.10.2000 hatten wir als eine der Kammeraufgaben festgeschrieben: „Einführung von Qualitätssicherungsmaßnahmen und entsprechende Empfehlungen“.

Von Anfang an war im QM-Ausschuss nicht nur das know-how der Niedergelassenen eingebunden, sondern es waren auch universitäre und klinische Erfahrungsfelder vertreteten. In mühsamer Kleinarbeit entwickelte der QM-Ausschuss eine Orientierungshilfe zum Qualitätsmanagement: Qualitätsrelevante Aspekte in der ambulanten psychotherapeutischen Praxis. Diese Orientierungshilfe war von der Kammerversammlung der PKN mit breiter Zustimmung verabschiedet worden, so dass sie im April 2006 ins Netz gestellt werden konnte. Immer standen die psychotherapeutisch tätigen Anwender im Mittelpunkt der Betrachtung und immer ging es auch um die Eigengesetzlichkeiten unserer psychotherapeutischen Praxen. Es ist vor allem auch Dank der konsensorientierten Diskussion im QM-Ausschuss gelungen, die Orientierungshilfen verfahrensübergreifend zu gestalten.

Nachdem die Orientierungshilfen zur Verfügung standen, haben Kollegen damit zu arbeiten begonnen - auch solche außerhalb Niedersachsens. Da der QM-Ausschuss und die Kammerversammlung der PKN eine Weiterentwicklung der Orientierungshilfen zu Handbüchern vorerst nicht anstrebten, machten sich einzelne Mitglieder von sich aus an diese Aufgabe. Da immer wieder Anfragen kamen, ob denn nicht eine Weiterentwicklung geplant sei, die die Orientierungshilfen noch leichter für die einzelne Praxis umsetzbar machten, nahm der QM-Ausschuss erneut die Arbeit auf.

Als wir von einem Mitglied ein komplettes Handbuch für eine PP-VT-Praxis auf der Basis der Orientierungshilfen angeboten bekamen, griffen wir zu und gaben weitere Handbuchvarianten für TP/AP und KJP in Auftrag. Nun liegen vor:

  • das Handbuch für VT, von der Kollegin Gabi Greve (Hannover) auf der Basis des Handbuchs der Kollegin Ahlheim (Norden) überarbeitet,
  • das Handbuch für AP/TP, von der Kollegin Gerda Krause (Hamburg) für die PP-Praxen adaptiert und
  • das Handbuch für KJP, von der Kollegin Inge Berns (Hannover) erstellt.*
  • Ferner die Benutzerhinweise für die Musterhandbücher zum praxisinternen Qualitätsmanagement.

Nun können alle drei Handbücher ohne weitere Kosten für die Mitglieder sowohl von unseren PKN-Mitgliedern als auch von den Mitgliedern der Psychotherapeutenkammern Bremen und Hamburg genutzt werden. Alle drei Kammern tragen die Entwicklungskosten gemeinsam entsprechend ihrer Mitgliederzahl.

Darüber hinaus haben wir beschlossen, einen maximal einfachen Zugang für alle Interessierten zu ermöglichen: Die drei Handbücher finden Sie deshalb zum Download hier, außerhalb des ausschließlich für Kammermitglieder zugänglichen Bereiches.

Dieser einfache Zugriff sichert allen Interessierten die unmittelbare Handhabung und Umsetzung für die eigene Praxis im Rahmen des gesetzlichen Erfordernisses bis zum Jahresende 2009. Die Maßnahmen zu Struktur- und Ergebnisqualität sind darüber hinaus als Anregung auch für Mehrpersonenpraxen, Beratungsstellen und Kliniken gut geeignet, die Qualitätsdiskussion anzuregen. So ist aus anfänglichem Zögern motiviertes Mittun und Freude an der permanenten Weiterentwicklung geworden.

Die PKN und die kooperierenden Kammern Hamburg und Bremen freuen sich über Ihre Rückmeldungen und wünschen sich eine rege Debatte, die dem Gedanken der Weiterentwicklung und der Optimierung gewidmet ist, denn wir legen hier etwas vor, was im besten Sinne „work in progress“ ist.

Für den Vorstand der PKN

Dr. Lothar Wittmann
Präsident"

*Die Handbücher liegen ausschließlich im ZIP-Dateiformat zum Download vor. Sofern Ihr Betriebssystem das Format nicht erkennt/unterstützt, können Sie kostenlos entsprechende Programme aus dem Internet herunterladen und mit Hilfe dieser Programme die ZIP-Dateien entpacken. Die entpackten Dateien sind im MS-Word-Format (*.doc).

PKN Niedersachsen: QM-Handbücher