Beitragslexikon zum Beitragsbescheid

FAQs zum jährlichen Kammerbeitrag

Wer ist beitragspflichtig bei der LPK Baden-Württemberg?
Beitragspflichtig sind alle approbierten Psychotherapeut/-innen, die unabhängig von Art oder Umfang der Tätigkeit (z.B. auch nur als Gutachter, Supervisor oder Dozent) ihren Beruf in Baden-Württemberg ausüben oder aber in Baden-Württemberg wohnen, wenn sie nicht berufstätig sind. Dies gilt ebenso für Personen, die eine Erlaubnis zur Berufsausübung als Psychotherapeut/-in besitzen.

Welche Beitragsstufen gibt es überhaupt?

Regelbeitrag 440 €
Ermäßigung 1 264 €
Doppelmitglied 220 €
Freiwilliges Mitglied 220 €
Ermäßigung 2 176 €
Mindestbeitrag 110 €

Wie wird meine Beitragsstufe ermittelt?
Die Beitragsstufen werden aufgrund der vom Mitglied gemachten Angaben und den eingereichten Nachweisen ermittelt. Für den Regelbeitrag sind keine Nachweise erforderlich.

Erhalte ich auch eine Ermäßigung ohne entsprechenden Nachweis?
Nein, ein Nachweis ist immer zwingend notwendig für einen ermäßigten Kammerbescheid.

Wie funktioniert das Beitragsmodell eigentlich?
Basis für den Regelbeitrag von 440 € sind die durchschnittlichen Jahreseinkünfte der Bundesbürger (West) gem. statistischem Bundesamt. Wer geringere Einkünfte hat, muss weniger Kammerbeitrag bezahlen, z.B. 264 € oder 176 €. Wie viel genau, ist abhängig von bestimmten Einkommensgrenzen, den sogenannten Schwellenwerten.

Welche Einkünfte werden zu Grunde gelegt?
Basis für den aktuellen Beitrag sind Ihre Bruttoeinkünfte (im Sinne des Einkommensteuergesetzes) laut Einkommenssteuerbescheid des vorletzten Steuerjahres. Die Einkünfte des Partners werden nicht berücksichtigt.

Was ist der Schwellenwert?
Der Schwellenwert zeigt Ihnen die Ober- und Untergrenzen der Beitragsgruppen an. Sie können hier Ihre Bruttoeinkünfte abgleichen und prüfen, ob und ab welchem Bruttobetrag es sich lohnt, über den Erhebungsbogen eine Beitragsreduzierung zu erreichen (Beispielwert für das Jahr 2019: Schwellenwert 1: € 33.642,00 für Ermäßigung 1 und Schwellenwert 2: € 22.428,00 für Ermäßigung 2).

Bleibt der Schwellenwert immer gleich?
Nein. Die Berechnungsmethode bleibt gleich. Da sich aber der Basiswert jedes Jahr ändert, muss dieser für jedes Beitragsjahr aktualisiert werden. Die Ober und Untergrenzen ändern sich dadurch.

Warum ist nicht grundsätzlich die aktuelle finanzielle Situation Basis für den Kammerbeitrag?
Die Prüfungskriterien der Finanzämter bei der Ermittlung des Steuerbescheides sind für alle Mitglieder gleich. Grundlage zur Berechnung muss ein Einkommensstatus sein, der unveränderbar aber nachprüfbar ist. Der Steuerbescheid des vorletzten Jahres als Einkommensnachweis ist für die überwiegende Mehrheit der Mitglieder rechtzeitig beizubringen und daher geeignet.

Wie wird meine Beitragshöhe ermittelt?
Wenn Sie keine Angaben zu Ihren Einkünften machen, beträgt Ihr Beitrag 440 € (Regelbeitrag).
Wenn Sie alle notwendigen Angaben gemacht haben und alle dazu gehörenden Nachweise eingereicht haben, wird Ihr individueller Kammerbeitrag ermittelt. Wir vergleichen Ihre Einkünfte des vorletzten Steuerjahres mit den aktuellen Schwellenwerten und legen Ihre Beitragsgruppe fest.

Kann ich meinen Beitrag selbst ausrechnen?
Ja, indem sie kontrollieren, innerhalb welcher Schwellenwerte Ihre Bruttoeinkünfte gem. ESt-Bescheid des Finanzamtes aus selbstständiger und nichtselbstständiger Tätigkeit des vorletzten Steuerjahres liegen.

Was ist der Mindestbeitrag?
Der Mindestbeitrag ist ein Sonderbeitrag, der nur auf Antrag, entweder formlos oder mit dem Erhebungsbogen, und bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen im aktuellen Beitragsjahr gewährt wird. Es sind grundsätzlich Nachweise vorzulegen.

Wer erhält den Mindestbeitrag sofort?
Wer die Bedingungen bis zum Zeitpunkt der Beitragserhebung erfüllt und den dafür geforderten Nachweis bis zur Beitragserhebung im Monat März vorlegen kann, erhält sofort einen Bescheid mit dem Mindestbeitrag.

Wer erhält den Mindestbeitrag erst nachträglich?
Der Mindestbeitrag muss im aktuellen Jahr formlos oder mit dem Erhebungsbogen bis zum 31.12. (Ausschlussfrist) beantragt werden. Bis zur Vorlage der erforderlichen Nachweise wird die Beitragseinstufung gemäß den bereits vorliegenden Nachweisen (z.B. ESt-Bescheid des vorletzten Steuerjahres) vorgenommen.

Wer erhält den Mindestbeitrag?

Jeder, der im aktuellen Beitragsjahr einen Antrag auf Mindestbeitrag stellt, weil er oder sie

  • im aktuellen Beitragsjahr länger als sechs Monate arbeitslos oder mit ärztlichem Attest krank gemeldet ist.
  • im aktuellen Beitragsjahr ein Kind unter drei Jahren erzieht und länger als sechs Monate im aktuellen Jahr nicht berufstätig ist.
  • die Berufsausübung bereits dauerhaft beendet hat oder unterjährig im aktuellen Beitragsjahr dauerhaft beenden wird.
  • im aktuellen Beitragsjahr den Beruf ausschließlich als geringfügige Beschäftigung oder geringfügige selbstständige Tätigkeit ausübt und/oder im aktuellen Jahr Bruttoeinkünfte von nicht mehr als € 5.400,00 haben wird.

Wer erhält den Mindestbeitrag nicht?

  • Wer im aktuellen Beitragsjahr keinen Antrag auf Mindestbeitrag mit den geforderten Nachweisen gestellt hat, erhält den Mindestbeitrag nicht, auch wenn die Anspruchsgrundlage erfüllt wäre. Der Mindestbeitrag muss jedes Jahr erneut beantragt werden.

Welche Nachweise muss ich vorlegen, um den Mindestbeitrag zu erhalten?

  • Bei Arbeitslosigkeit ist eine Bescheinigung vom Jobcenter vorzulegen.
  • Bei Krankheit ist ein ärztliches Attest vorzulegen.
  • Bei Erziehungszeit ohne Einkünfte ist dem Erhebungsbogen die Geburtsurkunde, die Arbeitgeberbescheinigung über genehmigte Elternzeit oder bei Selbständigen die Elterngeldbescheinigung beizulegen oder eine Bescheinigung des Zulassungsausschusses der KVBW über das Ruhen der Praxistätigkeit.
  • Bei unterjähriger dauerhafter Beendigung der Berufsausübung (Übergangsjahr) ist mit dem Erhebungsbogen eine formlose gesonderte Selbsterklärung abzugeben mit dem genauen Datum, ab wann keine Einkünfte erzielt werden.
  • Wer seinen Beruf schon seit dem Vorjahr dauerhaft beendet hat und somit im aktuellen Beitragsjahr den Beruf 12 Monate nicht ausübt, muss als Nachweis für den Mindestbeitrag den ESt-Bescheid vom Finanzamt des aktuellen Beitragsjahres einreichen. Die rückwirkende Umgruppierung in den Mindestbeitrag wird erst vorgenommen, sobald der Nachweis vorliegt.
  • Bei Ausübung einer geringfügigen Beschäftigung im aktuellen Beitragsjahr muss der aktuelle ESt-Bescheid vom Finanzamt vorgelegt werden. Die rückwirkende Umgruppierung in den Mindestbeitrag wird erst vorgenommen, sobald der Nachweis vorliegt.

Was ist mit dauerhafter Beendigung der Berufsausübung gemeint?
Eine dauerhafte Beendigung der Berufsausübung bedeutet, dass keine Einkünfte mehr aus selbständiger und/oder nichtselbständiger Tätigkeit erzielt werden, auch nicht aus geringfügiger Tätigkeit.

Wer übt eine geringfügige Beschäftigung aus?
Jeder der nicht mehr als € 450,00 im Monat oder € 5.400,00 im Jahr durch selbstständige oder nichtselbstständige Tätigkeit verdient.

Zur Mitgliedschaft

Wer ist Doppelmitglied der LPK Baden-Württemberg?
Wenn jemand auch in einem anderen Heilberuf approbiert ist oder Mitglied in der Berufskammer eines anderen freien Berufs ist oder gleichzeitig in einem anderen deutschen Bundesland arbeitet.

Wie hoch ist der Beitrag für Doppelmitglieder?
Sie werden jeweils mit dem hälftigen Beitrag der für Sie gültigen Beitragsgruppe eingestuft.

Wer ist freiwilliges Mitglied der LPK Baden-Württemberg?
Wer bereits gesetzliches Mitglied der LPK BW ist und seine Berufsausübung ausschließlich ins Ausland verlegt, kann innerhalb von vier Wochen schriftlich eine freiwillige Mitgliedschaft beantragen. Auch PiA´s werden als freiwilliges Mitglied geführt, sind aber bis zur Approbation vom Beitrag befreit.

Ich bin freiwilliges Mitglied. Kann ich eine Ermäßigung auf den Beitrag beantragen?
Nein. Sie werden immer mit dem hälftigen Regelbeitrag eingestuft.

Ich bin neu approbiert. Ab wann bin ich beitragspflichtig?
Sie bezahlen anteilig ab dem Monatsersten, der auf das Approbationsdatum folgt, den für Sie ermittelten Beitrag.

Zum Kammerbescheid

Wann erhalte ich den jährlichen Beitragsbescheid?
Die Beitragserstellung wird im März für den Zeitraum Januar bis Dezember durchgeführt.

Wann wird der jährliche Kammerbeitrag abgebucht?
Der jährliche Kammerbeitrag ist zum 30.04. fällig.

Kann ich den Kammerbeitrag später bezahlen?
Normalerweise nicht. Es sei denn, es gibt einen triftigen Grund. Bitte unbedingt vor Fälligkeit des Bescheids schriftlich Kontakt mit der Kammer aufnehmen, da sonst Mahngebühren für Sie anfallen!

Kann ich den Kammerbeitrag in Raten bezahlen?
Ja. Stellen Sie bitte schriftlich einen Antrag vor Fälligkeit des Bescheids und warten die Entscheidung der Kammer ab, da sonst Mahngebühren für Sie anfallen!

Ich habe einen Bescheid erhalten und eine Reduktion beantragt. Kann ich jetzt mit der Bezahlung warten bis das Ergebnis vorliegt?
Nein. Generell besteht Vorleistungspflicht. Sollten Sie nach Antragsstellung auf Ermäßigung einen Gutschriftbescheid erhalten, wird Ihnen der überzahlte Betrag zurückerstattet.

Zum Erhebungsbogen

Warum erhalte ich den Erhebungsbogen jedes Jahr von neuem?
Weil sich die Bemessungsgrundlage für das Beitragsmodell jährlich ändert und weil sich möglicherweise Ihre Einkommenssituation geändert haben könnte.

Was passiert, wenn ich den Erhebungsbogen nicht ausfülle?
Wir stufen Sie mit dem Regelbeitrag in Höhe von € 440,00 ein.

Muss ich den Erhebungsbogen zurücksenden?
Nein. Wenn Sie keine Reduzierung für das aktuelle Beitragsjahr beantragen möchten, sind Sie nicht verpflichtet den Erhebungsbogen auszufüllen. Sie bezahlen den Regelbeitrag.

Kann ich einen reduzierten Beitrag erwirken?
Ja, wenn Sie den Erhebungsbogen ausfüllen und mit den entsprechenden Nachweisen zusenden. Auch formlos kann eine Reduktion jederzeit für das aktuelle Jahr bis zum 31.12. (Ausschlussfrist!) mit den entsprechenden Nachweisen beantragt werden.

Bis wann muss ich den Erhebungsbogen zurücksenden?
Der Erhebungsbogen muss bis 15. Februar des aktuellen Beitragsjahres bei der LPK BW vorliegen oder aber bei neuapprobierten Mitgliedern innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Erhebungsbogens.

Was passiert, wenn ich die entsprechenden Nachweise für die Reduzierung nicht bis zum Abgabetermin vorlegen kann?
Bitte senden Sie uns unbedingt den Erhebungsbogen mit Ihren Angaben bis zum Abgabetermin zu, da dieser als schriftlicher Antrag auf Reduzierung gilt. Sie werden zunächst mit dem Regelbeitrag eingestuft, der zur Fälligkeit zu bezahlen ist. Die entsprechenden Nachweise können Sie bis zum 31.12. des Beitragsjahres einreichen und erhalten nachträglich eine Gutschrift und die Überzahlung wird erstattet.

Wann erhalte ich eine Beitragskorrektur?
Nur wenn die erforderlichen Nachweise zeitnah bei uns eingegangen sind, kann ein Korrekturbescheid erstellt werden.

Wird immer der gesamte Jahresbeitrag korrigiert?
Ja, außer bei unterjähriger Beendigung der Berufstätigkeit, im Todesfall und bei Verzug ins Ausland.

Gibt es weitere Möglichkeiten der Beitragsreduktion?
Ja. Wenn bei Ihnen im aktuellen Jahr ein Fall besonderer wirtschaftlicher oder sozialer Härte vorliegt. In diesem Fall ist ein begründeter schriftlicher Antrag an den Haushaltsausschuss zu stellen. Dieser benötigt zur Beurteilung der Situation zusätzlich die Belege über die aktuellen Einkünfte Ihres Ehe- oder Lebenspartners.

Stand: Dezember 2018