Psychotherapie bei Intelligenzminderung

Auftakt der LPK-Fortbildungsreihe mit Stefan Meir

(LPK BW)

Am 28.September eröffnete Stefan Meir, Leitender Psychologe der Liebenau Kliniken, die LPK Fortbildungsreihe mit einem Vortrag zum Thema:

Psychotherapie mit Menschen mit intellektueller Einschränkung – Grundlagen und Gestaltungsspielraum

Bereits bei Ankündigung dieser webbasierten siebenteiligen Fortbildungsreihe auf der LPK-Homepage war die Überraschung groß. Bereits am ersten Tag hatten sich mehr als 40 Teilnehmer angemeldet. Dies belegt eindrucksvoll die hohe Aufmerksamkeit und das große Interesse von Psychotherapeut*innen, sich für diese Thematik zu engagieren, auch in der eigenen psychotherapeutischen Arbeit mit dieser Zielgruppe.

Die Fortbildungsreihe wurde – wie schon berichtet – vom LPK-Arbeitskreis „Psychotherapie für Menschen mit geistiger Behinderung“ konzipiert und auf den Weg gebracht. Zu Beginn der Online-Veranstaltung informierte Vorstandsmitglied Dr. Roland Straub die rund 70 Teilnehmer*innen kurz zu den Aktivitäten des seit 2011 aktiven Arbeitskreises und zu dessen Anliegen und Zielen. So sollten den Kammermitgliedern kontinuierlich praxisnahe Fortbildungen angeboten werden, die sie ermutigen würden, selbst Psychotherapien für Menschen mit intellektuellen Einschränkungen und einer psychischen Störung durchzuführen und sich hierzu in regionalen Qualitätszirkeln auszutauschen und zu unterstützen. Solange in den Suchsystemen keine Behandlungsplätze aufgeführt seien, werde diese Lücke durch eine eigene regionale Liste minimiert.

Stefan Meir online

Nach diesem kurzen Überblick begrüßte er Stefan Meir und hob neben seinen fachlichen Schwerpunkten und seiner großen Erfahrung in der praktischen psychotherapeutischen Arbeit dessen besonderes Engagement in landes- und bundespolitischen Gremien zur Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung für Menschen mit Intelligenzminderung hervor. In seinem Vortrag verdeutlichte Stefan Meir an vielen anschaulichen Beispielen, welche Bedingungen bei der Gestaltung der therapeutischen Beziehung und des Vorgehens besonderer Sorgfalt und Beachtung bedürfen, seien es einfache Sprache und langsames Tempo oder die Orientierung auf aktuelle oder zeitnahe Situationen, Bedürfnisse und Einflüsse und vieles mehr. Diese könnten, so Meir, in „Eckpfeilern“ und zentralen Modifikationen psychotherapeutischer Techniken zusammengefasst werden. Abschließend wies er auf die Änderungen in den Psychotherapierichtlinien hin, die Erweiterungen in der Behandlung und Einbezug von Bezugspersonen mit sich gebracht hätten. Dem Vortrag schlossen sich viele ergänzende Fragen zur konkreten therapeutischen Arbeit an. Der abschließende Austausch verdeutlichte nochmals das hohe Interesse an dem Thema und die Zufriedenheit der Teilnehmer mit diesem aus reicher Erfahrung schöpfenden Referenten.

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